Ein Ghostwriter in der aktuellen Politik
In der Regel führen Ghostwriter ein eher langweiliges Leben. Nur selten gewinnen sie Einblick in ganz besonders ungewöhnliche oder aufregende Lebensgeschichten. Es ist schön, dass uns wenigstens der Autor Robert Harris eine Geschichte anbietet, in der ein Ghostwriter in aufregende politische Verwicklungen gerät.
In seinem neuen Roman „Ghost“ stellt er uns einen ‚Geisterschreiber’ vor, der uns in der Ich-Form eine haarsträubende politische Geschichte erzählt, in die er als Ghostwriter für den ehemaligen britischen Premierminister Adam Lang gerät. Die politische Seite des Buches beutet zum einen die ‚dunklen Seiten’ des Kampfes gegen den Terror nach 9/11 aus, und sie bezieht sich ziemlich deutlich auf die Politik von Tony Blair an der Seite der USA – ohne dass Blair oder der Irakkrieg explizit erwähnt werden.
Wer nun jedoch meint, es handle sich um ein politisches Buch, der wird bald eines Besseren belehrt. Um es gleich zu sagen: es ist ein Thriller, der politische Themen zur Spannungserzeugung benutzt, der aber keineswegs selbst einen Beitrag zur politischen Diskussion leisten will. Das ist allerdings noch keine Kritik; vielleicht bietet das Buch uns ja auf diese Weise spannende Unterhaltung, ohne unsere Intelligenz zu beleidigen.
Fortsetzung ...
Rezension zu: Robert Harris, Ghost, München: Wilhelm Heyne Verlag 2007, 398 Seiten (Original The Ghost, London: Hutchinson 2007)
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