Ghostwriting durch Auswahl und Komponieren
Deshalb spricht doch einiges dafür, dass Eckermann an dieser Stelle als eine Art Ghostwriter für Goethe anzusehen ist. Vielleicht kann man aber vermuten (allerdings nur vermuten), dass Goethe die Auswahl durch Eckermann billigen und sich mit ihr identifizieren wollte.
Anders wäre die Lage bei einem Buch, das keinen literarischen Anspruch erhebt. Will es nur unterhalten, so achtet in der Regel niemand auf die Form, die Sprache und die narrative Gestalt.
Wieder anders stellt sich die Frage nach einem Ghostwriting durch Redigieren bei einem Sach- oder Fachbuch. Die Grenze zwischen den beiden Formen eines Eingriffs in einen Text könnte hier dort gezogen werden, wo es um die sachliche Aussage geht. Wird sie durch Redigieren verändert, so liegt nicht nur ein Redigieren vor. Wird sie nur verdeutlicht, so muss man nicht unbedingt von der Beteiligung eines Ghostwriters sprechen.
Fortsetzung ...
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