Der historische Münchhausen
Der Baron Friedrich Karl Hieronymus Freiherr von Münchhausen war nun durchaus eine historische Person und lebte von 1720 bis 1797 in Bodenwerder bei Hannover; sein Haus ist auch heute noch zu besichtigen.
Er beschäftigte auch keineswegs einen Ghostwriter. Über sein Leben ist sogar ziemlich viel bekannt. Am Anfang steht die übliche militärische Karriere eines Adligen seiner Zeit. Allerdings waren ihm die Zeitläufte nicht sehr gewogen, vor allem weil sein Vorgesetzter, Prinz Anton Ulrich von Braunschweig, mit einer russischen Unternehmung nicht sehr viel Glück hatte. Nach 1750 endete seine militärische Laufbahn und er verbrachte den Rest seines Lebens auf seinem Landgut Bodenwerder. Auch hier kommt noch kein Ghostwriter ins Spiel.
Aber dort beginnt sich bald sein Talent zum Erzählen von phantastischen Geschichten zu entfalten. Der Freiherr führt ein gastfreundliches Haus und Besucher nehmen weite Reisen auf sich, um seine unterhaltsamen Geschichten zu hören. Rundfunk und Fernsehen waren noch nicht erfunden, Musik gab es nur dann, wenn sie original aufgeführt wurde, und nicht immer waren junge Damen verfügbar, die man zur viktorianischen Zeit dann als ‚accomplished’ bezeichnen sollte, womit man damals im wesentlichen sagen wollte, dass sie singen, ein Instrument spielen und eine Fremdsprache sprechen konnten, so dass ein Beitrag zur Abendunterhaltung von ihnen zu erwarten war.
Fortsetzung ...
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