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Der Ghostwriter des Lügenbarons von Münchhausen
Die meisten Menschen haben in ihrer Kindheit ein Buch gelesen, das neben anderen phantastischen Geschichten auch diese enthielt, die so seltsam klingt, dass man sofort bereit ist, sie einem Ghostwriter zu unterstellen, der nicht mehr ganz bei Verstand ist.
„Vor Mut und Diensteifer fast ein wenig allzurasch stellte ich mich neben eine der größten Kanonen, die soeben nach der Festung abgefeuert ward, und sprang im Hui auf die Kugel, in der Absicht, mich in die Festung hineintragen zu lassen. Als ich aber halben Weges durch die Luft geritten war, stiegen mir allerlei nicht unerhebliche Bedenklichkeiten zu Kopfe. »Hum,« dachte ich, »hinein kommst du nun wohl, allein wie hernach sogleich wieder heraus? Und wie kanns dir in der Festung ergehen? Man wird dich sogleich als einen Spion erkennen und an den nächsten Galgen hängen. Ein solches Bette der Ehren wollte ich mir denn doch wohl verbitten.« Nach diesen und ähnlichen Betrachtungen entschloß ich mich kurz, nahm die glückliche Gelegenheit wahr, als eine Kanonenkugel aus der Festung einige Schritte weit vor mir vorüber nach unserm Lager flog, sprang von der meinigen auf diese hinüber und kam, zwar unverrichteter Sache, jedoch wohlbehalten bei den lieben Unsrigen wieder an.“
Von einem Ghostwriter ist hier jedoch zunächst nicht die Rede, sondern von einer Geschichte des Freiherrn von Münchhausen.
Fortsetzung ...
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