Der Ghostwriter und die Schöne – ein Fazit
Versuchen wir ein Fazit. Der Autor unternimmt den lobenswerten Versuch, eine Satire auf das Funktionieren des Buchmarkts zu schreiben, und ein solcher Versuch wäre aller Ehren wert. Der Ehren wert wäre auch die Ehrenrettung der Ghostwriter und ihrer Funktion. Es gibt im Schlussteil des Buches durchaus einige Passagen, in denen dieser Versuch gelingt und die den Namen ‚Satire’ wirklich verdienen.
Leider hängt der Autor diese geglückten Stellen aber an eine viel zu lange und nicht wirklich lesenswerte Einleitung an, die etwa zwei Drittel des Buches umfasst. Darin finden sich zwar einige nette Einfälle, der große Teil besteht aber aus Passagen, deren Sinn für das Ganze nicht erkennbar wird. Es handelt sich vermutlich um Assoziationen, die um des Schreibens willen geschrieben wurden, und bei denen der Autor die intendierte Satire vollständig aus den Augen verloren hatte.
Das Buch beleuchtet die Tätigkeit des Ghostwriters durchaus aus einer originellen Sicht – der Ghostwriter einmal nicht als derjenige, der die Ideen des Autors zu Papier bringt, sie lektoriert und für die Vermittlung aufbereitet, sondern als der geheime Autor, dem das fehlt, was der Buchmarkt fordert: eine interessante Biografie und ein attraktives und fotogenes Gesicht. Auch das hätte ein lohnendes Thema für eine Satire abgeben können.
Es ist schade, dass von der Satire in diesem Buch so wenig geblieben ist. Ceterum censeo: ein guter Ghostwriter hätte vielleicht ein sehr gutes Buch daraus machen können.
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Rezension zu Klaus Modick, Bestseller, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2006, 272 Seiten
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