Lysias als Ghostwriter
Lysias hat jedoch nicht nur als Ghostwriter für andere geschrieben. Etwa 403 v. Chr. konnte er nach dem Ende der Tyrannis nach Athen zurückkehren und arbeitete daran, den Mörder seines Bruders vor Gericht zu bringen. Dieser war der ehemalige Tyrann Eratosthenes. Lysias gelang es, aufgrund einer leidenschaftlichen Rede die Verurteilung des Eratosthenes zum Tode zu erreichen. Dadurch wurde er natürlich erst recht zum begehrten Ghostwriter und Verfasser von Gerichtsreden.
Auch später hat er noch mit eigenen Ansichten durch Reden in das politische Leben Athens eingegriffen. Etwa ist seine Rede ‚Olympiakos’ bekannt, in der anlässlich der Olympischen Spiele des Jahres 388 v. Chr. zum Kampf gegen den Tyrannen Dionysios I. von Syrakus aufrief. Übrigens wird berichtet, dass etwa zur gleichen Zeit der athenische Philosoph Platon eben bei diesem Tyrannen weilte und Einfluss auf ihn zu gewinnen suchte. Für Platon war dieser Erfolg allerdings nicht sehr erfolgreich. Dionysios ließ ihn nach Ägina bringen und dort auf dem Sklavenmarkt zum Verkauf anbieten.
Vielleicht hätte er sich nach einem begabten Ghostwriter umsehen müssen? Man muss jedoch darauf hinweisen, dass kein Historiker für die Wahrheit dieser Geschichte die Hand ins Feuer legen würde.
Fortsetzung ...
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