Gérard Depardieu als poetischer Ghostwriter
Vielleicht würden wir aber heute die Geschichte des Ghostwriters Cyrano und seiner Roxane kaum noch kennen, wäre da nicht einer der glücklichen Momente der Filmgeschichte gewesen, in denen das Genre gleichzeitig unterhaltsam und künstlerisch gelungen sein kann. Gemeint ist natürlich Jean-Paul Rappeneaus Film „Cyrano de Bergerac“ aus dem Jahr 1990. Dieser Film hält sich weitgehend an das Theaterstück von Edmond Rostand – einschließlich des tragischen Endes. Mehr noch: sogar die Dialoge werden in der Versform der Alexandriner gesprochen. Allerdings haben der Regisseur und sein Co-Drehbuchautor Jean-Claude Carrière den Text gekürzt und gestrafft und ihn so filmgerecht umgesetzt. Aber das hätte sicher nicht ausgereicht, um einen erfolgreichen Film zu produzieren. Dazu gehörte noch die Wahl des Hauptdarstellers. Gérard Depardieu als unglücklicher Ghostwriter ist sicherlich die beste Besetzung, die man finden konnte.
Der Film war in der Kategorie ‚bester fremdsprachiger Film’ für einen Oscar nominiert; bei den Filmfestspielen in Cannes erhielt Depardieu den Preis für den besten Darsteller; der Film selbst erhielt 11 Césars (das französische Pendant zu den Oscars) und gewann den Golden Globe als bester ausländischer Film.
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